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Final4-Stars im Interview Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken-TT): „Jeden Titel zu gewinnen, muss mit Fan Zhendong der Anspruch sein“

Bundesliga

Final4-Stars im Interview Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken-TT): „Jeden Titel zu gewinnen, muss mit Fan Zhendong der Anspruch sein“

Final4-Stars im Interview Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken-TT): „Jeden Titel zu gewinnen, muss mit Fan Zhendong der Anspruch sein“

Patrick Franziska steht mit Champions-League-Gewinner und Pokalsieger 1. FC Saarbrücken beim Liebherr TTBL Final4 in Frankfurt (30./31. Mai) im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Im Interview spricht der FCS-Kapitän über den Halbfinalgegner Werder Bremen, die Erfahrungen im Saarbrücker Lager durch und mit Superstar Fan Zhendong sowie ein mögliches „Traumfinale“.

Patrick Franziska, der Gewinn der Champions League mit dem 1. FC Saarbrücken-TT liegt gerade erst wenige Tage zurück - und da wartet auch schon das Liebherr TTBL Final4 in Frankfurt. Was ist die Kunst bei der Motivation für solch einen Höhepunkt nach dem Erfolg in Europas wichtigstem Vereinswettbewerb?

Da wir sehr, sehr viele Wettkämpfe im Jahr haben und auch Highlights, ist es, glaube ich, jetzt nicht schwer, sich nochmal für das Final4 zu motivieren, vor allem, nachdem wir schon zwei Titel gewonnen haben. Dadurch sind wir natürlich mega heiß auf das Final4, trotzdem aber auch relativ entspannt. Es muss sich keiner Sorgen machen, dass wir keine Motivation mehr hätten.

Bei der Mannschafts-WM blieben Sie mit dem deutschen Team ohne die erhoffte Medaille, im Champions-League-Finale kamen Sie nicht zum Einsatz. Wie wirken sich diese Erfahrungen auf die Vorbereitung auf Frankfurt aus?

Dass wir bei der WM keine Medaille gewonnen haben, war natürlich sehr, sehr schade. Aber man muss auch sagen, dass Japan einfach eine saustarke Mannschaft hat und zu Recht im Finale stand, wodurch unser Ergebnis auch in Ordnung ist. Dass ich im Champions-League-Finale nicht gespielt habe, war im Vorfeld schon ein bisschen abgeklärt, weil unser Kader einfach ein bisschen zu stark war und wir im letzten Atemzug noch Fan Zhendong dazubekommen haben letzte Saison. Das heißt, mit Fan Zhendong, Truls Möregardh, Darko Jorgic und mir haben wir einfach gesagt, dass Darko ein Spiel macht und ich ein Spiel mache - und genau so hat es dann vom Line-Up auch am besten gepasst. Weil das alles auch so geplant gewesen ist, war das also keine traurige Nachricht für mich.

Im Halbfinale treffen Ihre Mannschaft und Sie auf Werder Bremen. Wie schätzen Sie Ihren Gegner ein?

Bremen hat in der regulären Saison überragend gespielt. In Bremen haben wir auch verloren gegen sie, auch mit Bestbesetzung. Deshalb sind wir schon sehr gewarnt und konzentrieren uns auch wirklich jetzt nur auf dieses Halbfinale. Wir kennen die Spieler alle ganz gut und versuchen da wirklich eine gute Aufstellung zu treffen, um dann auch ins Finale einzuziehen.

Sie haben es angesprochen: In der Vorrunde haben Sie mit voller Kapelle in Bremen verloren. Welche Bedeutung hat diese Niederlage noch für Saarbrücken?

Es zeigt uns, auch wenn es noch ziemlich am Saisonanfang war, dass wir hellwach sein müssen im Halbfinale, dass wir total bereit sein müssen, und dass vor allem Bremen auch weiß, dass sie auch uns schlagen können. Deshalb sind wir, wie schon gesagt, gewarnt.

Wenn Saarbrücken die Wahl gehabt hätte: Wäre Ihnen ein anderer Gegner im Halbfinale lieber gewesen?

Ehrlich gesagt haben wir uns nicht so viele Gedanken darüber gemacht. Unser Ziel war ja „nur“ das Final4, und wir hätten ja auch nur eine Wahl gehabt, wenn wir die Hauptrunde gewonnen hätten. Ich finde aber generell, dass alle vier Mannschaften, die im Halbfinale sind, es auch wirklich verdient haben, dabei zu sein. Deshalb kann auch jeder, der beim Final4 mitspielt, am Ende den Titel gewinnen. Aus dem Blickwinkel ist es - trotz allen Respekts - auch etwas weniger wichtig, gegen wen wir im Halbfinale spielen.

Ihr Team und Sie haben in der laufenden Saison vor der Champions League auch schon den Pokal gewonnen. Seit der Verpflichtung von Olympiasieger Fan Zhendong aber erwarten viele Beobachter das „Triple“ von Saarbrücken. Wie groß ist der Druck vor dem vermeintlich letzten Schritt zur historischen Großtat?

Wenn man Fan Zhendong verpflichten kann oder mit Fan Zhendong spielt, muss es einerseits auch ein wenig der Anspruch des Vereins sein, mindestens den Versuch zu unternehmen, jeden Titel zu gewinnen. Auf der anderen Seite hat man auch gesehen, dass Fan auch nur ein Mensch ist und auch mal Spiele verlieren kann, deshalb braucht es da auch immer noch die ganze Mannschaft. Das machen wir, finde ich, bis jetzt alle zusammen super. Es ist wirklich wichtig, dass wir als Mannschaft funktionieren - und natürlich sind wir auch heiß auf das erste Triple in der Saarbrücker Vereinsgeschichte.

Definiert sich der Wert der angestrebten Meisterschaft für Saarbrücken in der momentanen Konstellation als Titel selbst oder als möglicherweise einmalige Gelegenheit zur Komplettierung des „Triple“?

Sicherlich ist die Chance auf das „Triple“ dieses Jahr so groß wie noch nie, auch angesichts unseres Kaders. Aber ich bin ja schon einige Jahre in Saarbrücken, und unser sowie mein Ziel war es auch immer, jeden Titel zu gewinnen oder zumindest, um jeden Titel mitzuspielen. Das wird sich auch die nächsten Jahre nicht ändern. Wir konzentrieren uns deshalb nur auf das Final4 und schauen dann mal, was am Ende dabei herauskommt.

Sie haben in den vergangenen Monaten viel Zeit mit Fan Zhendong verbracht. Können Sie beschreiben, welchen Stellenwert für einen dreifachen Olympiasieger und mehrmaligen Weltmeister wie ihn Erfolge im Saarbrücker Trikot haben?

Man kann schon gut erkennen, wie viel Spaß er in Deutschland und an der neuen Aufgabe hat, aber auch, was das mit ihm macht. Er ist ja, wie schon gesagt, auch nur ein Mensch und will neue Erfahrungen sammeln. Man hat es jetzt zuletzt auch nach der Champions League gesehen, wie er sich trotz seiner eigenen zwei Niederlagen umso mehr gefreut hat, diesen Titel zu gewinnen, der für ihn auch ganz, ganz wichtig war. Deshalb bin ich auch sicher, dass er auch in Frankfurt wieder sehr, sehr heiß sein wird.

Fan Zhendong verlässt Saarbrücken nach dem Final4 in Richtung Ihres Dauerrivalen Borussia Düsseldorf. Wie gehen Sie als Mannschaft und auch persönlich mit der nahenden Stunde des Abschieds um?

Ich mache mir vor dem Final4 persönlich keine Gedanken darüber, dass Fan nach Düsseldorf gehen wird. Noch spielt er bei uns, und das freut uns alle sehr. Was danach passiert, werden wir sehen, aber jetzt konzentrieren wir uns erst auf Frankfurt.

Experten sagen für Frankfurt ein Finale zwischen Düsseldorf und Ihrer Mannschaft voraus. Würde ein solches Duell durch die Personalie Fan brisanter sein als bisherige von der generellen Rivalität beider Teams geprägte Begegnungen?

Sollte es zu einem solchen Finale kommen, würde es meiner Ansicht nach nicht noch brisanter werden als sonst. Wir sind Dauerrivalen, wir haben schon viele Finals gegeneinander gespielt, aber trotzdem, wie ich es eben schon gesagt habe, spielen wir alle noch für den Verein, für den wir auflaufen. Allein dadurch aber würde es sicher sehr hochklassig und auch sehr spannend. Darauf dürften sich die Zuschauer auf jeden Fall freuen.

Erkennen Sie - unabhängig vom Ausgang des Final4 und über den Centre Court hinaus - als Kapitän des FCS eine Art „Vermächtnis“ des ausklingenden und auch intensiven Jahres mit Chinas Superstar?

Saarbrücken hat ja auch schon in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es immer weiter nach vorne geht. Die Saison mit Fan Zhendong war eine Riesenaufgabe, das auch alles mit dem ganzen Verein und allen Helfern zu stemmen, weil doch schon viel Andrang herrschte. Wir haben aber einfach gezeigt, dass es klappen kann, dass es auch gut klappen kann, auch bei den äußeren Rahmenbedingungen. Deshalb lässt sich sagen, dass es sehr intensiv war, aber auch unglaublich viel Spaß gemacht hat. Jetzt haben wir noch ein gemeinsames Wochenende vor uns, und das wollen wir jetzt auch bestmöglich ausklingen lassen.

Noch einmal zurück zum Final4: Wie beurteilen Sie die Reform des Modus einerseits und die Hoffnungen auf eine Entzerrung des Terminkalenders für die Spieler anderseits?

Ich finde, das ist eine sehr gute Entscheidung gewesen. Ich verstehe aber auch Vereine, die ohne die bisherigen Play-offs sich über ein oder zwei Heimspiele weniger beklagen. Auf der anderen Seite finde ich solche Events wie nun das neue Final4 wie auch das Champions-League-Finale an zwei Tagen immer total toll. Die Stimmung ist immer überragend, die Hallen sind voll. Ich glaube, den Zuschauern macht das auch sehr, sehr viel Spaß und den Spielern eben auch, ähnlich wie im Pokal auch, deshalb bin ich ein großer Fan von diesen Events. Natürlich ist es für uns Spieler auch ein bisschen angenehmer, weil wir weniger Termine haben in dem eh schon zu vollen Terminkalender. Dadurch entsteht ja auch eine Win-Win-Situation für die Zuschauer, von denen ja immer viele von den Vereinen mitgebracht werden, und für uns Spieler. Aus all diesen Gründen halte ich die Reform für eine sehr, sehr gute Entscheidung.

Vielen Dank für das Gespräch, Patrick Franziska.

Florian Manzke

TTBL Redaktion
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27.05.2026

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