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Gelungene Reformen und Flops: Die Endrunden-Formate

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Gelungene Reformen und Flops: Die Endrunden-Formate

Gelungene Reformen und Flops: Die Endrunden-Formate

Das Liebherr TTBL Final4 bietet den Fans der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) zum krönenden Abschluss der 60. Saison in der deutschen Eliteklasse eine lupenreine Premiere. Das kompakte Format des zweitägigen Kampfes von vier Klubs um die deutsche Meisterschaft in der Süwag Energie ARENA in Frankfurt (30./31. Mai 2026) bedeutet nicht nur die erste Änderung an Vorgaben für Endrunden unter regulären Rahmenbedingungen seit neun Jahren, sondern stellt vor allem im Vergleich mit der überwiegend vom Play-off-Charakter geprägten Vergangenheit eine innovative Reform dar.

Mit Veränderungen am Spielbetrieb durch publikums- und medienwirksame Ergänzungen, besonders des Titelrennens, hatte sich die Bundesliga viele Jahre durchaus sehr schwergetan. Erst 18 Jahre nach seiner Gründung erhielt das Oberhaus in dieser Hinsicht erstmals ein Facelifting: Zur Saison 1984/85 führte der DTTB - inspiriert auch von den positiven Erfahrungen in der Eishockey-Bundesliga - für die Titelvergabe eine Endrunde für die sechs besten Teams der regulären Saison ein. In zwei Gruppen ermittelte diese Elite die beiden Teilnehmer für ein Finale mit Hin- und Rückspiel.

Die Maßnahme löste eine mal mehr, mal weniger intensive Welle an Veränderungen aus. Bei ihren zahlreichen Tüfteleien stießen die Bundesliga-Macher bereits für die beiden Spielzeiten 1989/90 und 1990/91 beinahe auf exakt jene Variante, die auch zuletzt seit 2016 in der TTBL, abgesehen von der Corona-Saison 2019/20, mit Halbfinals und einem Endspiel an einem neutralen Ort das bevorzugte Modell gewesen ist. Lediglich die Ermittlung der Finalisten unterschied sich dadurch, dass in der TTBL-Vorschlussrunde echte „Best-of-three“-Serien und Anfang der 90er Jahre dagegen lediglich Hin- und Rückspiele stattfanden, mit Vorteilen bei Gleichstand für den höheren Tabellenplatz nach der Hauptrunde. Ab 1992 galt jedoch für sechs Jahre im Finale durch die Ansetzung von „Best of-three“-Serien das lupenreine Play-off-Prinzip nach Vorlage der Ligen im nordamerikanischen Profisport.

Als Randnotizen in der Bundesliga-Geschichte erwiesen sich andere Reformen der Endrunden-Phasen. Wegen der WM 1989 in Dortmund entschieden sich alle Viertel- und Halbfinals ebenso wie das Endspiel in nur einer einzigen Begegnung. Ebenfalls nur für ein Jahr firmierte 1998 eine Fünfer-Gruppe ohne K.o.-Spiele und auch ohne Finale als Play-off-Runde, in der alle Teams auf Grundlage ihres jeweiligen Punktekontos aus der Hauptrunde noch einmal gegeneinander antraten. Drei Jahre später kehrte das Oberhaus sogar für eine Saison zu seinem ursprünglichen Liga-Modus zurück. Schon vor der Heim-WM in Dortmund gehörten auch 1987 und 1988 Viertelfinal zum Play-off-Programm, während 1999 und 2000 „halbe Viertelfinals" ohne die beiden punktbesten Mannschaften für die Teams auf den Tabellenplätzen drei bis sechs stattfanden.

Seit 2003 nehmen ausnahmslos nur noch die vier erfolgreichsten Mannschaften der regulären Saison an der Endrunde teil. Bis zur Einführung des bis heute gültigen und bewährten Modells mit einem einzigen Endspiel als ultimativen Showdown 2012 fanden in sowohl Halbfinals als auch die Endspiele in Hin- und Rückspielen statt. Die vor dem Beschluss für das diesjährige Liebherr TTBL Final4 letzte Änderung war 2017 die Umstellung der Halbfinals auf den originären Play-off-Modus mit maximal drei Spielen.

Florian Manzke

TTBL Redaktion
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30.04.2026

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